

Première page du journal Contacto de demain
Tomorrow's Contacto first page


Hintergrund des untersuchungsrichterlichen Vorgangs ist eine am 17. Dezember im Contacto veröffentlichte Reportage über zwei Sorgerechtsfälle. Ein Sozialassistent hatte unter Berufung auf das Jugendschutzgesetz gegen besagten Zeitungsartikel geklagt.
Der SJ-L erinnert in diesem Zusammenhang seine Mitglieder daran, dass für Journalisten der Quellenschutz gilt. Laut Artikel 7 des Pressegesetzes vom 8. Juni 2004 hat jeder Journalist, jede Journalistin, der oder die durch eine Verwaltungs- oder Justizbehörde im Rahmen eines Verwaltungs- oder Gerichtsverfahrens als Zeuge angehört wird, das Recht, quellenidentifizierende Informationen sowie die Preisgabe von erhaltenen oder gesammelten Informationen zu verweigern. Polizei-, Justiz- oder Verwaltungsbehörden dürfen überdies keine Maßnahmen anordnen oder ergreifen, die darauf abzielen, dieses Recht zu umgehen, insbesondere durch eine Durchsuchung oder Beschlagnahme am Arbeitsplatz oder in der Wohnung des betreffenden Journalisten.
Syndicat des Journalistes - Luxembourg
Ines Kurschat Jean-Claude Wolff
Präsidentin Generalsekretär
08.05.2009
VON JOSEPH LORENT
| Reporters sans frontières est scandalisée par les perquisitions qui ont eu lieu, le 7 mai 2009, dans les bureaux de l’hebdomadaire Contacto, très populaire auprès de la communauté lusophone à Luxembourg. La perquisition, ordonnée par le juge Christian Scheer, fait suite à une plainte en diffamation déposée le 5 janvier 2009 par Igance Kapitene, assistant social, cité dans un article sur le droit de garde par des personnes interviewées. « Nous ne contestons pas le droit des personnes citées dans l’article à se défendre et nous ne nous prononçons pas sur le fond du dossier. Nous dénonçons cependant avec la plus grande fermeté la disproportion des moyens employés dans cette affaire. La saisie du carnet de note d’un des journalistes de Contacto est totalement inacceptable. Le cahier contient en effet un ensemble d’informations totalement étrangères à l’affaire, et qui n’ont pas à être communiquées à la justice », a déclaré Reporters sans frontières. « D’après nos informations, les trois officiers qui procédaient à la perquisition ont réclamé un CD Rom pour graver une version électronique de l’article. Ils ont par ailleurs introduit une clé USB dans l’ordinateur, effectuant au passage la copie de plusieurs fichiers. Au-delà des méthodes contestables employées durant la perquisition, le recours au support informatique était totalement inutile et injustifié, dans la mesure où l’article qui constitue l’objet de la plainte avait déjà été publié dans Contacto. Le support papier, également saisi dans le cadre de la perquisition, suffisait amplement. Les autres démarches dépassent de loin le seul cadre de l’affaire, et constituent une sérieuse atteinte à la protection des sources garantie par la loi du 8 juin 2004 », a ajouté l’organisation. « Nous demandons aux autorités judiciaires de remettre dans les plus brefs délais le cahier de notes saisi et d’ouvrir une enquête approfondie pour déterminer les diverses responsabilités dans ce dossier », a conclu Reporters sans frontières |
Mit Befremden nimmt der Presserat Kenntnis von einem Vorfall, der sich am Donnerstag in der Redaktion der Wochenzeitschrift „Contacto“ (saint-paul) in Gasperich zugetragen hat. Drei Beamte der Kriminalpolizei wurden dort mit einem Hausdurchsuchungsbefehl vorstellig, um eine Beschlagnahme und Notifizierung vorzunehmen. Sie ließen sich vom Journalisten, der eine Reportage über zwei Fälle von Sorgerecht über Kinder veröffentlicht hatte, dessen Notizblock und 18 Seiten redaktionelle Unterlagen aushändigen und nahmen außerdem eine Informatikkartei und einen Datenträger mit dem Artikel mit. Gegen das Vorgehen des Untersuchungsrichters und der Polizeibeamten protestiert der Presserat vehement, weil es sich hierbei um einen flagranten Verstoß gegen den gesetzlich verankerten Quellenschutz handelt. Außerdem wurde von der Staatsanwaltschaft der offiziell anerkannte Deontologiekodex der Luxemburger Presse nicht berücksichtigt, der festhält, dass der Präsident des Presserates im Vorfeld über eine Hausdurchsuchung in einer Redaktion zu informieren ist, um präsent zu sein und formal den ordnungsgemäßen Ablauf der Operation festzustellen. Zugleich warnt der Presserat die Justiz-, Polizei- und Verwaltungsbehörden vor einem Rückgriff auf derartige Methoden, die einen Angriff auf die Pressefreiheit darstellen. (C.)
Die Kriminalpolizei hat am Donnerstag die Redaktionsräume der Wochenzeitung "Contacto" durchsucht. Die Beamten stellten bei dieser umstrittenen Aktion Beweismaterial in einer Verleumdungsklage sicher.
Geklagt hatte ein Sozialassistent gegen die Redaktion der Zeitung, die im Verlagshaus saint-paul luxembourg ("Luxemburger Wort") erscheint. Er bezieht sich auf eine Reportage über zwei Fälle von Sorgerechts-Streitigkeiten über Kinder. Der Sozialassistent hatte die Zeitungsredakteure wegen Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz und Verleumdung angezeigt.
Die Kriminalpolizisten durchsuchten Redaktionsräume und Computer von "Contacto" und nahmen handschriftliche Notizen und digitale Dokumente mit.
Nach Ansicht von Joseph Lorent, Generalsekretär des Presserats, war die Hausdurchsuchung nicht zulässig. Sie verstoße gegen das Recht der Journalisten auf Zeugenschutz. Journalisten müssen laut Pressegesetz die Namen ihrer Gesprächspartner gegenüber der Justiz nicht preisgeben. "Läuft es so im Rechtsstaat Luxemburg?", fragt Joseph Lorent in einem Artikel im "Luxemburger Wort" (Freitagsausgabe).
wort.lu 07.05.2009 19h12